Bilder, die mich inspirieren, Ausblicke, die mich zum Schreiben locken

Serielles Schreiben

Wenn ich nicht weiß, wie ich anfangen soll, dann schnappe ich mir ein weißes Blatt und einen Bleistift, schaue mich um und schreibe los. Ohne abzusetzen, Zeile um Zeile mit gleichem Satzanfang. Dabei wird meine kritische Gehirnhälfte ausgetrickst. Ich bin frei. Wenn mir nichts einfällt, wiederhole ich meinen Anfang so lange bis die Assoziationen weiterfließen. Vielleicht beschließe ich den Rausch mit einem „Danke“ oder einem Wort, dass mein Schreibglück zusammenfasst.

Beispiel

Der Himmel ist blau

Der Himmel ist knallblau

Der Himmel macht mich glücklich

Der Himmel reicht tief

Der Himmel

Der Himmel

Der Himmel ist der Himmel

Im Himmel wohnt Gott. Wohnt er dort?

Im Himmel wohnt mein Glück. Wohnt es dort?

Der Himmel scheint auf die Erde.

Der Himmel leuchtet durch die Blätter

Der Himmel ist hier bei mir

Der Himmel ist ganz nah.

Danke


Ein Elfchen schreiben

Elf Wörter verteilt auf fünf Zeilen. So einfach ist dein erstes Kurzgedicht. Beginne mit einem Wort, das dir zufällt. Es führt dich weiter. Als Schlusswort kann nochmal das erste Wort dienen oder eines, zu dem dich die letzte Zeile hinführt.

Beispiel:

Heute

nur heute

gehe ich hinaus

blau lockt nach draußen

himmlisch

_________

_________ __________

__________ __________ __________

__________ __________ __________ __________

__________


Einen Sonnenball schreiben

Das funktioniert wie ein Elfchen mit Rolle rückwärts. Du beginnst mit zehn Wörtern auf vier Zeilen verteilt und baust dann zurück bis du wieder bei einem Schlusswort bist. Deine Phantasie kann kreisen wie die Sonne

Beispiel

leuchtend

das Laub

gegen den Himmel

licht in schillernden Farben

gelb und rot

und orange

glücklich


Ein Diabolo schreiben

Ein Diabolo schreibt sich umgekehrt wie ein Sonnenball. Du beginnst mit fünf Wörtern, verkleinerst dich Zeile um Zeile bis zu einem Wort in der Mitte und baust dich wieder auf bis fünf Worte die Schlusszeile bilden.

Beispiel

Dich Gott suche ich lange

Ich hebe meine Augen

schaue zum Himmel

hinter Blättern

Licht

und blau

so strahlendes blau

Bist du hier Gott?

Ich suche und finde dich.


Ein Haiku schreiben

Ein Haiku ist ein japanisches Silbengedicht. Drei Zeilen mit einer 5-7-5 Silbenstruktur. Wenn du zwei weitere Zeilen mit je sieben Silben anfügst, hast du schon ein sogenanntes „Tanka“.

Beispiel

Samstagabendglück

Zuckerbrot für dich und mich

Von wegen peitsche

Nur Zucker löffelweise

Ach Mutti, ich liebe dich

___ ___ ___ ___ ___

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Ein Zevenaar schreiben

Ein Zevenaar besteht aus sieben Zeilen mit einem konsequenten, den Gedanken vorantreibenden, Aufbau. Die Zahl der Wörter oder Silben ist hier von Zeile zu Zeile frei.

  1. Zeile: Hinführung zum Ort
  2. Zeile Handlung des Lyrischen Ich
  3. Vergleich oder Frage
  4. Fokus auf ein Detail
  5. Zoom auf ein Detail
  6. Wiederholung der ersten Zeile
  7. Wiederholung der zweiten Zeile

Beispiel

Der Baum heißt mich willkommen

Ich küsse den Tag wach

Bin ich wirklich hier?

Das Licht fällt durch die Blätter,

bringt Farben bis zu mir

Der Baum heißt mich willkommen

Ich küsse den Tag wach